Der Arbeitsbereich PartDesign wurde im Releasewechsel 0.16 auf 0.17 grundlegend überarbeitet und erweitert. Insbesondere wurde die Struktur der Modelle für komplexere Konstruktionen angepasst.
Nutzer der Version 0.16 finden die dazu passenden Seiten in PartDesign Legacy
Die deutsche Übersetzung (0.17) ist aktuell in Arbeit.
Der Arbeitsbereich PartDesign stellt fortschrittliche Werkzeuge bereit für die Modellierung komplexer Teile basierend auf dem Featurebasierten Konstruieren. Er ist hauptsächlich für die Erstellung mechanischer Bauteile gedacht, aber nicht darauf beschränkt. Dabei wird intern der Arbeitsbereich Sketcher als Zeichenwerkzeug genutzt, der mit Hilfe der "eingeschränkten Geometrie" arbeitet.
Während der Arbeitsbereich Part und andere FreeCAD "Workbenches" Modelle aus der Kombination von 3D Primitiven erstellen, nutzt der Arbeitsbereich Part Design Formelemente (Features). Ein Feature ist eine formgebende Veränderung eines 3D Objekts via geometrischer Definition. Der Begriff "Feature" wird allgemein in 3D Systemanleitungen nicht übersetzt, Formelement ist eine Möglichkeit der Übersetzung, die hier manchmal verwendet wird.
Das erste Formelement in einem Körper (Body) wird allgemein als das "base feature" bezeichnet. Die weiteren Features bauen im allgemeinen auf Oberflächen oder definierten Flächen der bereits vorhandenen Features auf. Im Grunde spiegelt diese Vorgehensweise den Prozess der formgebenden mechanischen Bearbeitung wieder. Ein Rohteil wird durch Anschweißen, Bohren, Fräsen usw. Schritt für Schritt verändert. Jeder Arbeitsschritt entspricht einem neuen Formelement.
Alle Features sind in ihrem Ablauf im "Modell Baum" (Baumansicht) aufgelistet und können von dort aus zum Bearbeiten gewählt werden. Das letzte Feature repräsentiert das endgültige Teil dieses Modells (außer wenn eine abweichende "Spitze" definiert wurde).
Es gibt folgende Kategorien von Features:
Ein Body (Körper) ist ein Container, der eine Folge von Features enthält, die einen einzelnen zusammenhängenden Volumenkörper (solid) bilden.
Was versteht man unter einem einzelnen zusammenhängenden Volumenkörper (solid)? Er entspricht einem Objekt wie einem Gussteil, Drehteil oder Frästeil, welches aus einem einzigen Ursprungsblock oder festen Verbindungen wie Schweißen, Reibschweissen oder anderen auftragenden Methoden erstellt wurde. Sobald ein Objekt Verbinder wie Schrauben, Nieten oder andere lösbare Verbindungen enthält, ist dies kein zusammenhängender Körper. Ein zusammengesetzter Körper, wie z.B. ein Stuhl mit Armen, Beinen und Lehne, der zusammengeschraubt wird, würde aus mehreren Körpern erstellt werden.
In einem Freecad Dokument können viele Körper erstellt werden. Diese können auch verbunden werden, um wiederum einen neuen in sich geschlossenen Körper zu formen.
Wenn ein Modell aus mehreren Körpern (Bodies) besteht, zum Beispiel der genannte Stuhl, können diese als Part-Container zusammengefasst und miteinander im Raum bewegt werden.
Normalerweise repräsentiert das letzte Feature den Körper nach außen. Diese bezeichnet man auch als "Spitze" ("Tip"), analog zur "Spitze des Eisbergs". Der Rest des Eisbergs, also die anderen Features und Skizzen, Shapebinder etc. bleiben "unter der Wasserlinie" verborgen. Wird ein weiteres Feature hinzugefügt, verschiebt sich die Spitze dorthin. Die Spitze kann auch per Kontextmenu manuell auf ein vorheriges Feature festgelegt werden.
Innerhalb des Body kann immer nur ein Feature sichtbar sein. Die Sichtbarkeit wird im Modellbaum mit der Leertaste umgeschaltet.
Jeder Körper (Body) hat einen eigenes Koordinatensystem. Es besteht aus den Hauptebenen (XY, XZ, YZ) und den Achsen (X, Y, Z) die für die Erstellung von Skizzen und Features genutzt werden können. Sketche können direkt auf den Hauptebenen erstellt werden. Damit müssen die daraus resultierenden Features nicht mehr an vorhandene Flächen gebunden sein; damit erstellte Features wirken sich aber dennoch auf die bestehenden Objekte aus.
Es ist möglich, die "Spitze" des Körpers vorübergehend neu zu definieren (Kontextmenue). Neue Features/Referenzen und Skizzen werden dann an dieser Stelle eingefügt. Features können auch umsortiert oder in andere Körper verschoben werden. Dies erfolgt über das Kontextmenue (rechte Maustaste). Das Verschieben kann bei bestimmten Abhängigkeiten untersagt sein, z.B. wenn ein Sketch an eine Fläche angeheftet ist. Wenn ein Sketch in einen anderen Body verschoben wird, dann sollte es keine externe Geometrie verwenden.
Referenzgeometrie enthält Punkte, Linien und Flächen (datum points, lines, planes) sowie extern verlinkte Formen (ShapeBinder). Diese können als Referenz für Skizzen und Features dienen. Die Definition erlaubt weitreichende Möglichkeiten für Offsets und Lage der Referenzobjekte.
Über Referenzelemente können Querverbindungen von Körper zu Körper erzeugt werden. So erlaubt z.B. die Formmappe (Shape Binder) Objekte teilweise oder ganz als Referenz über Körpergrenzen hinweg zu definieren. Als einfach Anwendung denke man sich einen genau auf ein Schachtel passenden Deckel. Dieser holt sich die Außenkanten der Schachtel via Formmappe in seinen Körper als Referenz. FreeCAD hilft ihnen dabei durch Rückfrage unzulässige Verlinkungen zu vermeiden.
Das Befestigungs Werkzeug findet sich als eigene Operation im Part-Arbeitsbereich, ist aber in PartDesign nicht als eigenes Werkzeug verfügbar, obwohl es dort intensiv genutzt wird, um Skizzen und Referenzgeometrien an die Hauptebenen oder Achsen anzuheften. Die vielfältigen Möglichkeiten, um Referenzgeometrien anzuheften, machen dieses Werkzeug besonders vielseitig.
Weitere Information findet man auf der Seite über Befestigung.
Hinter der parametrischen Modellierung steckt die Idee, dass nach der Änderung von Parametern wie Länge oder Durchmesser darauf aufbauende Geometrie automatisch richtig angepasst wird. Hierbei kann es vorkommen, dass grundlegende Änderungen in den Folgeschritten nicht mehr automatisch nachgezogen werden können; man sagt, "das Modell zerbricht" oder ist schlicht kaputt. Im Vergleich zu den vorherigen Versionen kann mit den neuen Möglichkeiten von Freecad 0.17 die Gefahr des Zerbrechens minimiert werden, wenn die folgenden Entwurfsprinzipien berücksichtigt werden:
Die Part Design Werkzeuge befinden sich alle im Part Design-Menü und der PartDesign Werkzeugleiste. Sie erscheinen, wenn der Arbeitsbereich geladen wird.
Mit diesen Werkzeugen kann der Modell-Baum organisiert werden.
Dies sind die Werkzeuge um Basisfeatures oder andere Features zu erzeugen die Formen aufbauen.
Diese Werkzeuge erstellen Features, die Material abtragen.
Diese Werkzeuge erlauben verschiedene Transformationen von Features. Sie können ein oder mehrere Features wählen.
Der Begriff wird hier unübersetzt verwendet. Er bedeutet so viel wie "herausputzen", "schick machen".
Diese Werkzeuge ermöglichen es, Kanten und Flächen nachzubearbeiten.
Zusätzliche Funktionen im Part Design Menu:
Die Tutorien müssen neu gemacht und an 0.17 angepasst werden. Viele Elemente, besonders innerhalb des Skizzierers (Sketcher) sind aber noch gültig.